MOBBING
Mobbing beschreibt wiederholtes und gezieltes Verhalten, bei dem ein Model oder ein Influencer über einen längeren Zeitraum hinweg herabgesetzt, unter Druck gesetzt oder ausgegrenzt wird – sei es am Set, durch Kunden, innerhalb einer Agentur oder dem Model-Apartment oder im digitalen Raum. Dabei ist es wichtig, zwischen professionellem Feedback und persönlicher Herabwürdigung zu unterscheiden: Kritik am Look oder an der Performance gehört zum Beruf, doch abwertende Kommentare, Bloßstellung oder gezielte Einschüchterung gehen darüber hinaus und können als Mobbing eingeordnet werden.
Auch Models resp. Influencer sind rechtlich geschützt, unabhängig davon, ob sie selbstständig arbeiten oder über eine Agentur gebucht werden. Wird ein Model oder Influencer beleidigt oder öffentlich herabgewürdigt, kann dies eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts darstellen und Ansprüche auf Unterlassung oder Schadensersatz begründen. Zudem greift das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, wenn Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder anderen geschützten Merkmalen vorliegt. In schweren Fällen können ehrverletzende Aussagen sogar strafrechtlich relevant sein, etwa als Beleidigung.
Gerade in einer Branche mit hohem Leistungsdruck und direkter Kommunikation werden Grenzen häufig (unbewusst) überschritten oder nicht klar benannt. Umso wichtiger ist es, Vorfälle ernst zu nehmen, zu dokumentieren und Unterstützung einzuholen – etwa über die Agentur oder im Zweifel auch rechtlich. Denn Professionalität endet dort, wo persönliche Herabwürdigung beginnt.
