WENN EIN INFLUENCER EIN PRODUKT IM BEREICH GESUNDHEIT ODER WELLNESS EMPFIEHLT, DAS SICH SPÄTER ALS GESUNDHEITSSCHÄDLICH HERAUSSTELLT, WER HAFTET DANN?!
Wenn ein Influencer ein Produkt im Bereich Gesundheit oder Wellness empfiehlt, das sich später als gesundheitsschädlich herausstellt, können sowohl der Influencer als auch das Unternehmen unter bestimmten Umständen haftbar gemacht werden. Die Haftung hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Art der Empfehlung, den vertraglichen Vereinbarungen und den geltenden Gesetzen.
1. Haftung des Influencers
Der Influencer könnte haftbar gemacht werden, wenn er:
- Falsche oder irreführende Aussagen trifft: Wenn der Influencer das Produkt als sicher oder gesund beworben hat, obwohl er wusste oder hätte wissen müssen, dass es gesundheitsschädlich ist, könnte er für die irreführende Werbung haftbar gemacht werden. In Deutschland regelt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) solche Fälle, da falsche Werbung zu einer Haftung führen kann.
- Werbung ohne entsprechende Prüfung: Wenn der Influencer das Produkt ohne ausreichende Prüfung oder Kenntnis über dessen Inhaltsstoffe oder Wirkung beworben hat, könnte er sich der Fahrlässigkeit schuldig machen, insbesondere wenn er keine ausreichende Recherche betrieben hat, um sicherzustellen, dass das Produkt keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen hat.
- Verstöße gegen gesetzliche Kennzeichnungs- und Aufklärungspflichten: Der Influencer muss auch darauf achten, dass er transparent und korrekt über die Risiken eines Produkts aufklärt, insbesondere bei gesundheitlichen Produkten. Ein Verstoß gegen diese Pflicht kann zu einer Haftung führen.
2. Haftung des Unternehmens
Das Unternehmen, das das Produkt verkauft, könnte haftbar gemacht werden, wenn:
- Fehlerhafte Produktkennzeichnung oder unzureichende Warnhinweise: Wenn das Unternehmen das Produkt mit falschen Informationen oder ohne ausreichende Warnhinweise verkauft hat, dass es gesundheitsschädlich sein könnte, könnte es für Produktschäden haftbar gemacht werden. Die Haftung für fehlerhafte Produkte regelt das Produkthaftungsgesetz (ProdHaftG), das auch für gesundheitsschädliche Produkte gilt.
- Verantwortung für Produktsicherheit: Das Unternehmen ist in der Regel für die Sicherheit seiner Produkte verantwortlich und muss sicherstellen, dass sie keine Gesundheitsrisiken darstellen. Wenn das Unternehmen versäumt, das Produkt auf mögliche Risiken zu überprüfen oder es absichtlich mit einer anhaftenden Gefahr in den Verkehr bringt, könnte es für etwaige Schäden haften.
3. Gemeinsame Haftung
In manchen Fällen könnten sowohl der Influencer als auch das Unternehmen gemeinsam haftbar gemacht werden, insbesondere wenn der Influencer in direktem Zusammenhang mit der Vermarktung und den schädlichen Auswirkungen des Produkts steht.
- Verantwortung des Influencers: Wenn der Influencer aktiv falsche Informationen verbreitet hat und dadurch das Vertrauen der Verbraucher missbraucht wurde, könnte er zusammen mit dem Unternehmen haftbar gemacht werden.
- Vertragliche Vereinbarungen: In vielen Fällen schließen Influencer und Unternehmen Verträge ab, die auch Haftungsfragen regeln. Es könnte eine Vereinbarung bestehen, dass der Influencer für bestimmte Aussagen haftet, während das Unternehmen für die Produktsicherheit verantwortlich bleibt. In solchen Fällen kommt es darauf an, was vertraglich vereinbart wurde.
Fazit:
Der Influencer haftet, wenn er falsche oder irreführende Aussagen gemacht hat oder seine Aufklärungspflichten verletzt hat. Das Unternehmen haftet für die Sicherheit des Produkts und für etwaige Produktschäden, wenn es das Produkt in den Markt gebracht hat, obwohl es gesundheitsschädlich war. Beide Parteien könnten im Falle einer Klage zur Verantwortung gezogen werden, insbesondere wenn eine gemeinsame Verantwortung in der Werbung oder der fehlerhaften Produktsicherheit nachgewiesen wird. Um solche Risiken zu minimieren, sollten Influencer sicherstellen, dass sie sich über die Produkte, die sie empfehlen, gut informieren und ihre Verantwortung in der Kommunikation klar verstehen. Unternehmen sollten ebenfalls die Produktsicherheit gewährleisten und Influencer korrekt schulen, um Haftungsprobleme zu vermeiden.
